Vorstellung: Kharak

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Vorstellung: Kharak

Beitrag von Droku am Fr Jul 31 2015, 15:09

Prolog:

Stampfende Schritte bahnten sich ihren Weg durch das Grün Valenwalds. Gewichtig und schwer traten die Füße auf - doch nicht ungeschickt.
Vielmehr wie die eines großen Tieres, welches sich zwar leisten konnte nicht schleichen zu müssen, aber dennoch nicht zu plump war, um im Wald überleben zu können.
Die bullige Gestalt des Waldorks schob sich gehetzt durch Gebüsche, vorbei an Felsen, über Baumstämme und entlang von Flüssen. Rastlos. Immer wachsam. Immer auf der Suche. Doch wusste er selbst nicht genau wonach. Nur gelegentlich hielt er inne, um etwas zu betrachten oder aufzuheben, nur um es im nächsten Moment wieder liegen zu lassen und seinen Weg fortzusetzen. Baum. Baum. Stein. Pilz. Baum.

"Findet etwas, um die Verderbnis aufzuhalten." Diese Worte drehten sich in seinem Kopf. Pochten mit seinem Herzschlag jedesmal aufs Neue in ihm auf.
"Sehr witzig" Dachte sich Kharak. Denn niemand hatte ihm sagen können was dieses Etwas ist. Vielmehr war es an ihm, dies herauszufinden.
Auf einem leicht erhöhten Felsen angekommen, hielt der Bulle kurzzeitig inne. Die blutroten Augen betrachteten die Umgebung, während Schweiß von seinem muskulösen Leib tropfte.

Er war einer von fünf Auserwählten seines Stammes. "Auserwählter", das klang nach etwas gutem, aber Kharak hatte den bitteren Beigeschmack dieses Begriffs bereits erahnt, als die Schamanin seinen Namen aus dem Feuer zu lesen glaubte. Und jetzt stand er hier. Auf der Suche nach etwas, dass es womöglich garnicht gab. Einen Weg die zunehmende Verderbnis aufzuhalten, welche sich im Wald auszubreiten versuchte. Denn sein Stamm hatte sie zu lange ignoriert. So lange, bis sie selbst Opfer der Verderbnis wurden und jetzt verzweifelt nach einem Weg suchten, jene aufzuhalten.

Ein tiefes Schnauben schob sich aus den Nasenflügeln des Orks. Vermutlich hatte er all dies Khorazor zu verdanken. Der neue Häuptling war ein fettleibiger Taugenichts. Selbst seine Führungsposition verdankte er einzig der Tatsache, Bruder des alten Häuptlings gewesen zu sein. Denn dieser verstarb zusammen mit seinen beiden Söhnen im Kampf gegen die Kultisten und Khorazor blieb als letztes Familienmitglied übrig. Nun war er Häuptling und hatte den Stamm mit Untätigkeit und Unfähigkeit an den Rand der Vernichtung geführt. Jetzt sollten fünf gewöhnliche Orks die ganze Sache ausbaden und nach dem suchen, was weder der Häuptling, noch die Schamanen oder der alte Alchemist finden konnten. Und Kharak konnte sich nur zu gut denken, warum er einer der "Auserwählten" war. Er war ein Dorn im Auge von Khorazor gewesen.

Zarana lag als seine Schwester und ohne verbliebenen Vater im "Besitz" von Kharak und konnte daher nach dem Gesetz des Stammes erst verheiratet werden, wenn jener seine Zustimmung gab. Und der Häuptling machte keinen Hehl daraus, dass er sie zu seiner Sammlung hinzufügen wollte, doch ohne Zustimmung war ihm dies nicht möglich. Womöglich hatte er zudem sogar befürchtet von Kharak zum Kampf herausgefordert zu werden. Denn obwohl der Berserker kein Interesse am Führen hatte, verbarg er nicht das Missfallen, welches er gegenüber dem neuen Anführer hegte. Indem er weggeschickt wurde, war sowohl seine Rivalität, als auch der Besitz über seine Schwester ausgehebelt. Denn "Auserwählte" wurden bei den Waldschatten nur im Notfall hervorgerufen - und daher bereits vorsorglich für tot erklärt, sobald sie sich an ihren Auftrag machten, nur um ihre "Wiedergeburt" zu feiern, sollten sie erfolgreich zurückkehren. Eine andere Art der Rückkehr war nicht erwünscht.

Vermutlich lag Schwabbelbacke jetzt gerade in seiner Hütte und vergnügte sich an Kharaks Schwester, während der Rest des Stammes ums Überleben kämpfen musste.
Der Gedanke, dass seine Schwester womöglich gerade ihre Unschuld verlieren musste, störte ihn im Grunde nicht. Einzig die Tatsache dass sie keinen stärkeren Mann bekommen konnte und der Umstand, dass Khorazor genau das bekommen hatte was er wollte, ließ das Blut in seinen Adern kochen. Die dunkelroten Augen verschmälerten sich ein Stück, ehe der Hüne die kreisenden Gedanken abschüttelte, um sich wieder auf seine Aufgabe zu konzentrieren.

Er richtete den Blick wieder geradeaus. Witterte. Irgendetwas war da. Aber seine Sinne konnten es nicht erfassen. Er horchte, aber einzig die gewöhnliche Geräuschkulisse des Valenwaldes war zu vernehmen. Ein leichter Windzug trat durch die Bäume und wehte durch die Äste, wie es hier im Dickicht nur sehr selten geschah. Der bullige, zeremoniell bemalte und gerüstete Leib beugte sich leicht vor und blickte kauernd, wie ein Raubtier vor dem Sprung, vom Felsen hinunter - und dann sah er es. Eine Art Siedlung, welche man erst schlicht für einen Teil des Waldes hätte halten können. Aber er erkannte die Baumhäuser der Bosmer und.. noch etwas. Eine Art Altar in der Mitte der Siedlung, offenbar ein Baum in der Form einer Frau. Er wusste nicht was vor ihm lag. Aber er wusste, dass es etwas für ihn zu bedeuten hatte. Zum Guten oder zum Schlechten. Kletternd begab er sich vom Felsen hinunter. Unten angekommen, zog er in einer ruhigen Bewegung seine Barbarenaxt vom Rücken und betrachtete die Waffe kurz. Dann atmete er tief durch - und stampfte auf die Siedlung zu.





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Re: Vorstellung: Kharak

Beitrag von Irya am Di Aug 04 2015, 23:56

Guten Abend

Nun hatte ich endlich Zeit, mir den Text auch einmal zu Gemüte zu führen. Bisher hat mich eine sommerliche Erkältung eher ... niedergestreckt.
Ich danke dir für's Schreiben und würde mich freuen, so wir einander nun endlich öfter im RP sehen. Orks kann man nie genug haben. Zumindest sehe ich das so.

Liebe Grüße
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